Kirche Weidenhausen

Die Marienkirche zu Weidenhausen wird im Jahr 1309 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, was gleichzeitig auch die Ersterwähnung des Dorfes Weidenhausen ist. Damals machten Konrad und Ingelhild von Bernshausen aus ihrem Vermögen der Kirche ,,unserer gnedigen Frowen” zu Weidenhausen eine Stiftung von einem Schilling, der auf ewige Zeiten jährlich zu Ostern der Kirche zukommen sollte.
Die Weidenhäuser Kirche, die damals also schon eine über den engeren Bereich der Kirchengemeinde hinausgehende Bedeutung erlangt hatte, muss so schon erheblich früher bestanden haben. Sie ist eine Tochterkirche der auf die Missionstätigkeit von Bonifatius zurückgehenden Martinskirche zu Raumland und gehörte, wie das ganze Wittgensteiner Land und auch das angrenzende Siegerland bis zur Reformation zum Erzbistum Mainz, Propstei Amöneburg (bei Marburg).
Im Jahr 1555 wurde in Wittgenstein und so auch in Weidenhausen die Reformation, zunächst in der lutherischen Form, durchgeführt. Im Jahr 1576 wurde dann das reformierte Bekenntnis und der Heidelberger Katechismus eingeführt, welche bis heute in Geltung sind.Die Kirche steht bis auf diesen Tag unter dem Patronat des fürstlichen Hauses Sayn-Wittgenstein-Hohenstein.Der wehrhafte spätromanische Kirchturm stammt noch aus der Zeit vor der Ersterwähnung der Kirche, wurde wohl kurz nach 1200 erbaut. Die gestufte welsche Turmhaube wurde ihm in der Barockzeit aufgesetzt. Nach Abbruch des baufällig gewordenen alten Kirchenschiffs wurde im Jahr 1765 an den stehen gebliebenen Turm das heutige von seiner Form her in unserer Gegend einmalige Kirchenschiff angebaut, ein spätbarocker achteckiger Zentralbau mit zeltartigem Mansardendach. Im Innern wird dies Kirchenschiff überwölbt mit einem verputzen hölzernen Klostergewölbe.
Im Turm ist für das Geläut bis heute noch der auch aus dieser Bauzeit stammende hölzerne Glockenstuhl in Gebrauch.
Die in jüngster Zeit neu erbaute Orgel befindet sich auf der Empore im Turmobergeschoss an der Brüstung zum Kirchenschiff hin.An den Wänden im Innern des Kirchenschiffes sind in bäuerlichem Barockstil ausgeführte Sprüche und Ornamente freigelegt worden, darunter auch die Darstellung eines Kirchengebäudes, die vermutlich den Zustand der Kirche im Jahr 1764, also vor dem Abbruch des alten Kirchenschiffes wiedergeben soll. Diese freigelegten Sprüche und Ornamente stammen, wie auch die Kanzel und die Füllungen der Chorbrüstungen aus der Bauzeit des achteckigen Kirchenschiffs.
Der Spruch unter der Kirchen-Darstellung an der Wand lautet: “Herr, ich hab lieb die Stäte Deines Hauses und den Ort, da Deine Ehre wohnet Psalm 26 Vers 8”.

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