Kapelle Sassenhausen

Die Fachwerkkapelle in Sassenhausen ist wohl im Jahr 1705 erbaut worden. Auch wenn die Inschrift über der Eingangstür die Jahreszahl 1703 wiedergibt, so lässt eine umfassende Sichtung und Bewertung aller Akten und Dokumente der Zeit nur den Schluss zu, dass das Baujahr 1705 gewesen sein muss. Erbauer war der bekannte Zimermann Mannes Riedesel, dessen Familie verwandtschaftliche Beziehungen zu den Bewohnern des Dorfes Sassenhausen hatte und der gemeinsam mit den Sassenhäuser Einwohnern diese Arbeit ausführte.
Es handelt sich wohl bereits um die dritte Kapelle in Sassenhausen. Eine erste Kapelle ist für das Jahr 1585 nachgewiesen. Diese muss damals bereits baufällig gewesen sein, da bereits um Jahr 1592 ein Neubau in Angriff genommen wurde.
Dieser scheint an der Wende zum 18. Jahrhundert schon wieder baufällig gewesen zu sein. Für den geplanten Neubau wurde der bekannteste Baumeister nach Sassenhausen geholt, den Siegerland und Wittgenstein damals zu bieten hatten, den Zimmermeister Johann Hermann, kurz Mannes Riedesel.
Es handelt sich bei der Kapelle um einen einschiffigen Gottesdienstbau, nach Osten mit einer angedeuteten Apsis, jedoch ohne einen erkennbaren Chorraum. Dies dürfte daher rühren, dass die Kanzel sich Anfangs an der Südseite des Gebäudes befand, wo auch heute noch ein Mauerabsatz zu sehen ist. Wer die Kapelle betrat und wegen der niedrigen Eingangstür den Kopf neigen musste, blickte also direkt auf die Kanzel. Auch die Bänke werden in Ost – West – Richtung gestanden haben. Ihre Inschriften gerieten beim Umbau der Bänke durcheinander, da einzelne Bänke einfach zersägt und – nun in Nord – Süd – Richtung in anderer Reihenfolge wieder eingebaut wurden.
Ein Teil des Innenraumes wurde durch eine Wand abgetrennt und der so entstandene Raum diente als Schulraum.
Nachdem zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein eigenes Schulgebäude errichtet worden war, endete ihr Dienst als Schulkapelle.
Im Jahr 1903 erhielt die Kapelle eine neue Glocke als Geschenk von Kaiser Wilhelm II. Drei Jahre später gelang endlich der Erwerb eines langersehnten Harmoniums und im selben Jahr, 1906, ging die Kapelle, wenige Wochen nach den Feiern zum 200. Jubiläum, an die Kapellengemeinde über, nachdem sie bis dahin Eigentum der politischen Gemeinde gewesen war.
Die Sassenhäuser Kapelle ist ein besonderes Kleinod des Wittgensteiner Landes und wird nach wie vor mit viel Eigenarbeit und ehrenamtlichem Engagement erhalten und gepflegt.

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