Kapelle Dotzlar

Die Kapelle von Dotzlar ist ein kleines und unscheinbares Gotteshaus, dessen Bauzeit um 1300 anzusiedeln ist. In Kunst- oder Reiseführern wird man vergeblich nach ihr suchen. Doch wer die Kapelle entdeckt hat, der schließt sie in sein Herz. Denn sie besticht durch ihre schmucklose, klare Architektur. An ein zweijochiges Kirchenschiff schließt ein quadratischer Chorraum an. Tür und Fenster sowie der Gurt im Schiff sind rundbogig, der Gurt im Chor spitzbogig. Im übrigen lenkt außer der Kanzel aus dem Jahr 1682 Sinn der reformierten Tradition nichts die Aufmerksamkeit auf sich.
Das Dach krönt auf der Ostseite ein kleiner Dachreiter von 1888, in dem sich jedoch keine Glocke befindet. Vielmehr wurden die Glocken, in Wittgenstein einmalig, im Giebelfeld angebracht. Dabei handelt es sich um zwei Gußstahlglocken des Bochumer Vereins aus dem Jahr 1904 sowie um eine Bronzeglocke von 1962 mit Aufschrift: ,,Allein Gott in der Höh sei Ehr.” Ursprünglich gab es nur eine Glocke, die aber leider einen Sprung bekam. Auf ihr war folgender Spruch zu lesen: ,,Christus cruzifixus omnes gentes savavit et omnes nationes quaerere oportuit” (Der gekreuzigte Christus hat alle Völker gerettet und es hat sich gebührt, alle Nationen zu suchen).
Wie im Nachbarort Sassenhausen wurde auch in der Dotzlarer Kapelle zeitweise Schulunterricht erteilt. Diese Einrichtung fand erst 1885 ihr Ende. Jedoch läutete noch bis 1959 eine Kapellenglocke zum Unterrichtsbeginn. Heute dient die Kapelle ausschließlich gottesdienstlichen Zwecken. Betreut wird sie von alters her durch den Pfarrer von Raumland.

Bernd Geier

Schreibe einen Kommentar