Ordination von Tim Elkar

„Ich habe zwei sehr junge Freunde und eifrige Gottesdiensthörende in Raumland. Für sie bin ich normalerweise Onkel Timi. Nur wenn ich den Talar anhabe, dann sagen sie Dracula zu mir. Wegen dem großen schwarzen Umhang. Und sie wissen, wenn ich Schwarz anhabe, dann ist das Toben an mir vorbei. Aber mehr Veränderung gibt es nicht und so, wie die beiden dies handhaben, ist das auch gut so. Nur weil ich einen Talar trage, bin ich kein anderer Mensch.“ Ganz persönlich startete Dr. Tim Elkar am Sonntagnachmittag in der Raumländer Kirche in seine Ordinations-Predigt. Was eine Ordination ist hatte Stefan Berk als Superintendent des Wittgensteiner Kirchenkreises zuvor erklärt: „Ordination als Verpflichtung zur Verkündigung des Evangeliums. Eine Verpflichtung auf der Grundlage der Bibel als der Heiligen Schrift und den Traditionen unserer Kirche.“ Um den formalen Akt mit Leben zu füllen, ergänzte er: „Deine Ordination ist viel mehr als eine nüchterne Angelegenheit, die man mal eben im Vorübergehen abwickeln könnte. Denn da geht es um mehr. Da geht es um das Fundament Deiner zukünftigen Arbeit – und Deiner Lebenseinstellung.“

Das machte auch das Jesus-Wort „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“ deutlich, unter das Tim Elkar seinen Ordinations-Gottesdienst gestellt hatte. Dabei dachte der 33-Jährige natürlich auch an seine eigene Arbeit während der Ausbildung in der Gefängnisseelsorge in Attendorn und bei der Diakonischen Wohnungslosenhilfe Siegerland. Aber das Erleben von Geringschätzung vermutete er in seiner Predigt als generell bekannte Erfahrung: „Wenn wir, liebe Gemeinde, an unser eigenes Leben denken, dann wird es Situationen gegeben haben, in denen wir uns ziemlich gering gefühlt haben oder von anderen gering gemacht wurden. Wenn ich in mein Leben schaue, dann gab es dort auch schon Situationen, in denen ich mich gering gefühlt habe. Da war ich froh, Freunde und Familie zu haben, die mich besucht haben, wenn ich krank war. Die auch dann da waren, wenn nur noch wenige da waren.“ Und genau so sieht Tim Elkar die Rolle von Kirche, so möchte er auch seine eigene Rolle als Pfarrer verstanden wissen.

Weil er in Wilgersdorf aufwuchs, waren bei der Ordination im Wittgensteiner Kirchenkreis viele Siegerländer. Das manifestierte sich schon in der offiziellen Ordinations-Handlung. Die Assistenten von Stefan Berk waren der Raumländer Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer, Tim Elkars Mentor im Vikariat, und der frühere Wilgersdorfer Pfarrer Christoph Dasbach, der Tim Elkar einst konfirmiert hatte.

Rund 220 Besucher kamen zum Gottesdienst, fast alle blieben zum anschließenden gemütlichen Teil in Gemeindehaus und Festzelt, wo es live 25 Kuchen, ungezählte Schnittchen, etwas zu trinken  und Irish-Folk-Musik von „Peel Sound“ gab. Für die Musik im Gottesdienst sorgten neben dem CVJM-Posaunenchor Raumland unter der Leitung von Matthias Herling auch Matthias Braun an der Orgel und der Gemischte Chor „Liederkranz“ Dotzlar. Fehlt nur noch eine Zahl: Rund 30 Menschen gaben Tim Elkar ein Segenswart mit auf den weiteren Lebensweg als Pfarrer. Zum Beispiel Ingolf Jost als Vorsitzender vom Wilgersdorfer CVJM, Presbyteriums-Mitglieder der Raumländer Kirchengemeinde, Kollegen aus Tim Elkars Vikariats-Kurs und viele Andere. Die beiden mit Abstand Jüngsten in dieser Runde: die neunjährige Marlene und ihr drei Jahre jüngerer Bruder Johann. Ihr Bibelwort für Onkel Timi lautete: „Der Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“

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